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Wie der Terror die Sicherheitswirtschaft verändert

von Bettina Kretzschmar (Kommentare: 1)

Wohl kaum ein Schlagwort war in den letzten Jahren so oft inhaltlicher Bestandteil der Medien. Wo der Terror auftaucht hinterlässt er eine Welle aus Angst, Verzweiflung, Wut und Trauer. Mit jeder weiteren betroffenen Stadt und ihrer Opfer wird der Terror vermehrt kollektiv als Bedrohung wahrgenommen.

Security von hinten zu sehen, Close-up Kopf mit In Ears, Vordergrund verschwommen
Terroristische Geschehnisse verlangen nach strengeren Sicherheitsmaßnahmen

Doch wie so oft geht mit furchtbaren Ereignissen ein Aktivismus einher. Verunsicherte Bürger akzeptieren keine Hilflosigkeit, sie ergründen, richten sich an Politiker, fordern mehr Sicherheit, Zusammenhalt und füllen so die Auftragsbörse des Sicherheitsdienstes. Journalisten hinterfragen kritisch Warnzeichen und widmen sich gegenseitigen Schuldzuweisungen. Eines bleibt allen gemein: Sie sind engagiert dem Terror mit Stärke entgegenzutreten, wie so viele Menschen weltweit.

Streben nach Sicherheit

So kommt es, dass Experten, Politiker und Behörden in Dauerschleife diskutieren und Vorschläge machen, die trotz der regelmäßigen Vorfälle beständig das Ziel verfolgen, die betroffenen Länder von innen zu stärken und von außen zu schützen. Das wohl wichtigste Instrument zur Zielerreichung ist die Sicherheit. Keine Meldung zu terroristischen Hintergründen kommt ohne sie aus. Die Auftragsbörse für den Sicherheitsdienst füllt sich stetig.

Die Flüchtlingssituation und Terrorwahrnehmung verändern die deutsche Sicherheitswirtschaft. Sowohl Nachfrage, als auch Anforderungen steigen mit Auswirkungen auf die Auftragsbörse im Sicherheitsdienst. Laut einer Pressemitteilung vom BUNDESVERBAND DER SICHERHEITSWIRTSCHAFT (BDSW) kommt vor allem privaten Sicherheitsdienstleistern eine immer größere Rolle zu. Sie verzeichneten im vergangenen Jahr einen Umsatzzuwachs um 23,8 %, von 6,96 (2015) auf 8,62 Mrd. Euro. Die Rede ist außerdem von inzwischen rund 270.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und –mitarbeitern, die bei einer wachsenden Auftragsbörse im Sicherheitsdienst auch gebraucht werden.

Wachstumstreiber seien laut Gregor Lehnert, Staatssekretär im thüringischen Innenministerium a.D.,  die steigenden Passagierzahlen und Sicherheitsanforderungen an den Verkehrsflughäfen, im Öffentlichen Personenverkehr, im Einzelhandel und Veranstaltungsbereich. Gerade der letzte Bereich befand sich in jüngster Vergangenheit im Visier des Terrors und sieht sich gezwungen, Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verschärfen.

Die wachsende Rolle der Veranstaltungssicherheit

SECmarket berichtete bereits im April über die Notwendigkeit angepasster Qualifikationsmodule, um in der Veranstaltungssicherheit noch mehr Qualität und Professionalität bieten zu können. SECmarket-Chef Jörg Mokry erläuterte in diesem Zuge besonders die wichtige Rolle der Leiter und Supervisor im Veranstaltungsordnungsdienst (VOD), deren Verantwortung und sachliche Entscheidungen ausschlaggebend sind. Pflichtschulungen und Qualifizierungsnachweise seien hier der erste Schritt für noch mehr Qualität, gerade bei einer wachsenden Auftragsbörse im Sicherheitsdienst.

Auch BDSW-Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok sprach sich Ende Mai erneut für eine gesetzliche Vorgabe bezüglich der Qualifikation von Sicherheitsdienstleistern und -personal aus. Veranstaltungen haben in Deutschland seit vielen Jahren einen sehr hohen Sicherheitsstandard zu erfüllen, durch die aktuellen Ereignisse, wie in Großbritannien, unterliegen die Sicherheitskonzepte weiterhin einer ständigen Anpassung. Mitarbeiter auf Groß- oder Risikoveranstaltungen müssen bestmöglich auf ihre Tätigkeit vorbereitet sein und die Abläufe für den Ernstfall üben.

Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen

Sicherheitsexperte Jörg Mokry ist überzeugt davon, dass auch zukünftig weltweite Geschehnisse die Arbeit des Sicherheitsdienstes sowie Ausschreibungen beeinflussen werden. Inzwischen gilt auf vielen Großveranstaltungen vermehrt ein Rucksack-Verbot. Denkbar, dass diese Sicherheitsmaßnahme auch in Zukunft notwendig sein wird. Je nach Art der Veranstaltung kann es perspektivisch auch zu strengeren Kontrollen kommen, die Veranstaltungsbesucher müssen sich zunehmend auf mehr Wartezeit beim Einlass einstellen.

Auch bestimmte Weiterentwicklungen im Einsatz an sich kann sich Mokry vorstellen. Seine Visionen bewegen sich vor allem im digitalen Bereich: „Es ist gut möglich, dass zukünftig die Veranstaltungsbesucher wichtige Informationen digital auf ein mobiles Endgerät erhalten, beispielsweise wie man sich wann zu verhalten hat. Das wäre eine Unterstützung für das Sicherheitspersonal, auch im Notfall einer Räumung. Denn durch die stetig wachsende Auftragsbörse im Sicherheitsdienst und das zunehmende Personal, ist eine Erleichterung der Zusammenarbeit nur von Vorteil.

Apps sind in diesem Bereich auf dem Vormarsch, entwickelt für die jeweilige Veranstaltung. Besonders für Festivalbesucher macht das Sinn, diese können so übersichtlich Programmpunkte auswählen, Kontakte knüpfen und vieles mehr. Im Jahr 2013 kombinierte ein Forschungsteam der ETH Zürich eine solche App für Erkenntnisse im Crowd Management, indem die Besucherströme gemessen wurden. Die Erhebung fand im Rahmen des Schweizer Volksfestes, dem «Züri-Fäscht» statt. 27.000 Festbesucher machten bei diesem Experiment mit. Die Aufzeichnungen zeigten auf, zu welchen Zeiten und an welchen Orten sich besonders viele Menschen befanden.

Das bedeutet, dass eine Digitalisierung im Veranstaltungsbereich nicht nur die Qualität der Sicherheitsdienstleistung unterstützen kann, sie kann durch wissenschaftliche Erkenntnisse auch stetig zu Optimierungszwecken genutzt werden und Gefahrenherde aufdecken.

Den Schritt ins mobile Zeitalter wagen

Mit seiner App-Entwicklung läutet Jörg Mokry die Digitalisierung der gesamten Sicherheitswirtschaft ein. Die SECmarket-App wird Anfang kommenden Jahres auf den Markt gehen und erstmals die Branche miteinander vernetzen: Auftraggeber, Sicherheitsdienstleister, Bildungseinrichtungen, Ausrüster und Jobsuchende finden sich hier wieder.

Mehr zu den Funktionen der SECmarket Business-App für Unternehmen und zum Jobfinder für Arbeitsuchende aus der Sicherheitsbranche finden Sie auf unserer Webseite.

© Bild Teaser: istock.com/rezachka

Lernen Sie die Hintergründe und das Team hinter dem App-Projekt SECmarket kennen – in unserem Über Uns-Bereich.
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Kommentar von arthouse |

Ich habe vor Kurzem selber zwecks eines Events ein Sicherheitsdienst gebucht und war sehr zufrieden. Man muss jedoch genau drauf achten, mit wem man zusammenarbeitet. Ich persönlich achte sehr auf Google-Bewertungen. Habe mit www.prssec.de zusammengearbeitet und wurde dabei sehr kompetent beraten.
VG

Antwort von Bettina Kretzschmar

Auch wir sehen eine gute Zusammenarbeit als Grundlage für ein erfolgreiches Projekt. Deshalb bieten wir in unserer SECmarket Business-App eine Filtermöglichkeit nach bestimmten Suchkriterien an, wie beispielsweise nach Qualitätsmaßstäben. So wird für auch für jedes zukünftige Vorhaben der passende Sicherheitsdienstleister gefunden.